Contemporary Yemen! 

 

  Art practices in times of conflict

 

 Ibi Ibrahim

 

5PM 

17:00 16 October 2021 

 

SOMA 700

Monumenten Str. 24 10965

 

EN

Since the Arab Spring, the Yemeni scene has been dominated by political turmoil and personal tragedy. The media refers to the Yemeni crisis as the “invisible war,” but the war is not invisible: it is experienced every moment of every day of every Yemeni life. Occasionally, news outlets will focus a portion of their broadcast on the dire situation in the country. They speak of humanitarian crises, famine, and fuel shortages.

 

As a consequence, invaluable cultural heritage sites have been destroyed and Yemen’s social structure has changed. The continuous political conflict, airstrikes on civilians, and economic deterioration have led to general desensitization and a loss of empathy and hope. Yet, despite the negative effects of war, the erosion of prevalent social values and norms has also opened up new spaces and opportunities, particularly for young people and women. Artists share their impressions and visions of the transformation of Yemeni society regardless of the restrictions. Along with the rest of the country, they are eager to re-establish a sense of normality in their lives and to enjoy life despite daily hardships and an uncertain future.

 

Join us for a presentation by visual artist and art practitioner Ibi Ibrahim on Contemporary art practices in Yemen as he reflects and shares work of emerging artists, collectives and initiatives working in the Yemen Culture sphere today. Since 2018, Ibrahim has operated the Sana'a based Romooz Foundation; a local initiative that continues to develop and produce arts and literature programs that include local and international exhibitions, literature workshops, photography mentorships, art talks (on the ground and virtually), photo-walks with emerging and aspiring photographers, visual art and literature residencies, and a heritage safe-guarding program.


 

Ibi Ibrahim is a Yemeni American visual artist, writer, filmmaker and musician. His work is often inspired by his immediate surroundings, with an artistic practice that has steadily evolved to reflect his personal experiences and life stages over the past decade. His early work touches upon issues of sexuality, gender and tradition across the Middle East, including in his native Yemen.  As the war erupted in Yemen and  the Trump administration instituted the travel ban, Ibrahim's practice evolved and placed the notion of home into question. What is home? What does it mean to be dispossessed of one? In his work, Ibrahim explores those questions through ongoing interviews and conversations with individuals experiencing the effects of the travel ban and the ongoing war in their homeland. In this body of work, Ibrahim is interested in people occupying the liminal space between homeland and al-gharb — the outer world.

 

His work is part of a number of public collections including Colorado College, Barjeel Art Foundation and Durham University Museum. He has been part of numerous art residencies including the Arab American National Museum (Dearborn), Soma Art Space (Berlin), Beirut Art Residency (Beirut), Cites Internationale des Arts (Paris) and others. 

The eight-part exhibition series "Memories of the Future" gathers artistic positions that explore the formation of memory, contemporary and future forms of collective memory, and the relevance of memory to imaginations of possible futures.

The project is kindly supported by Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin.

Curator: Nabi Nara

DE

Seit dem Arabischen Frühling ist die jemenitische Szene von politischen Unruhen und persönlichen Tragödien geprägt. Die Medien bezeichnen die Krise im Jemen als den „unsichtbaren Krieg“, aber der Krieg ist nicht unsichtbar: Er wird in jedem Moment eines jeden Tages jedes jemenitischen Lebens erlebt. Gelegentlich konzentrieren Nachrichtenagenturen einen Teil ihrer Sendungen auf die schlimme Situation im Land. Sie sprechen von humanitären Krisen, Hungersnöten und Treibstoffknappheit.

Infolgedessen wurden Stätten des Kulturerbes von unschätzbarem Wert zerstört und die soziale Struktur des Jemen hat sich verändert. Der anhaltende politische Konflikt, Luftangriffe auf Zivilisten und der wirtschaftliche Niedergang haben zu einer allgemeinen Desensibilisierung und einem Verlust von Empathie und Hoffnung geführt. Doch trotz der negativen Auswirkungen des Krieges hat die Erosion vorherrschender gesellschaftlicher Werte und Normen auch neue Räume und Chancen insbesondere für junge Menschen und Frauen eröffnet. Künstlerinnen und Künstler teilen ihre Eindrücke und Visionen der Transformation der jemenitischen Gesellschaft ungeachtet der Restriktionen. Gemeinsam mit dem Rest des Landes sind sie bestrebt, in ihrem Leben wieder Normalität zu finden und das Leben trotz täglicher Härten und ungewisser Zukunft zu genießen.

Freut euch auf den Vortrag des Künstlers und Kunstpraktikers Ibi Ibrahim über zeitgenössische Kunstpraktiken im Jemen, bei dem er die Arbeit aufstrebender Künstler, Kollektive und Initiativen, die heute im Jemen-Kulturbereich arbeiten, reflektiert und teilt. Seit 2018 betreibt Ibrahim die Romooz Foundation mit Sitz in Sanaa; eine lokale Initiative, die weiterhin Kunst- und Literaturprogramme entwickelt und produziert. Sie umfasst die lokale und internationale Ausstellungen, Literaturworkshops, Fotografie-Mentorenschaften, Kunstgespräche (vor Ort und virtuell), Foto-Walks mit aufstrebenden und aufstrebenden Fotografen, bildende Kunst- und Literaturresidenzen und ein Programm.

Ibi Ibrahim ist ein jemenitisch-amerikanischer bildender Künstler, Autor, Filmemacher und Musiker. Seine Arbeit ist oft von seiner unmittelbaren Umgebung inspiriert, mit einer künstlerischen Praxis, die sich in den letzten zehn Jahren ständig weiterentwickelt hat, um seine persönlichen Erfahrungen und Lebensphasen widerzuspiegeln. In seinen früheren Arbeiten beschäftigt er sich mit Themen der Sexualität, des Geschlechts und der Tradition im gesamten Nahen Osten, einschließlich seiner Heimat Jemen. Als der Krieg im Jemen ausbrach und die Trump-Administration das Reiseverbot verhängte, entwickelte sich Ibrahims Praxis weiter und stellte die Vorstellung von Heimat in Frage. Was ist Heimat? Was bedeutet es, enteignet zu werden? In seiner Arbeit geht Ibrahim diesen Fragen durch fortlaufende Interviews und Gespräche mit Personen nach, die die Auswirkungen des Reiseverbots und des anhaltenden Krieges in ihrer Heimat erleben. In dieser Werkgruppe interessiert sich Ibrahim für Menschen, die den Grenzraum zwischen Heimat und al-gharb – der Außenwelt – besetzen.

Die Ausstellungen sind Teil der Ausstellungsreihe „Memories of the Future“ vereint künstlerische Positionen, die sich mit der Entstehung von Erinnerung, zeitgenössischen und zukünftigen Erinnerungsformen, und der Relevanz von Erinnerung für Imaginationen von Zukünften auseinandersetzen. Dabei sollen sowohl individuelle als auch kollektive Erinnerungen berücksichtigt werden.

Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa unterstützt.

Kuratorin: Nabi Nara